Bukarest der 30er Jahren

LeuteIn den 30er Jahren, als Bukarest wegen seiner kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit liebevoll „das kleine Paris“ genannt wurde, überboten sich bald Cafés und Bars gegenseitig mit musikalischen Angeboten – Tango wurde gesungen und gelebt. Und es gab legendäre Sängerinnen und Sänger im Rumänien dieser Jahre. Namen wie Maria Tanase, Titi Botez oder Jean Moscopol haben über die Jahre nichts von ihrem Glanz verloren.Die Diktatur bereitete dieser kulturellen Blüte ein rigoroses Ende, aber die Erinnerungen an diese Zeit des Tangos leben fort und sind heute die Basis jener kulturellen Identität, auf die sich neue Künstlerinnen und Künstler beziehen, auch wenn viele Aufnahmen von damals nie archiviert worden sind und bis heute nur auf den original Schellack-Platten existieren.

Natürlich erzählen die Lieder von der Liebe, der Lebenslust und von tiefem Schmerz. Mit den neu arrangierten Tangos von damals wurde aber darüber hinaus durch die Verschmelzung mit der visuellen Inszenierung Alice Barb ein ästhetisch-musikalisches Experiment initiiert, welches für alle Tango-Interessierten, aber auch für alle osteuropäische Musikliebhaber, ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk entstehen liess. Das mondäne Flair der 30er Jahre wurde wieder heraufbeschworen und der Tango liess einen dem Alltag entfliehen – nächtelang.